Tag 26 – Der C-Bogen

Tag 27

Wie konnte mich ein Schweizer so einfach in meiner Wohnung ausfindig machen? Wasserperlen an der Scheibe, im Hintergrund leicht unscharf die Neubaublöcke von Marzahn - das ist der Schlüssel zu meiner Wohnung. Ein Foto hat mich verraten. Die Details habe ich Floria scheibchenweise in meinem Blog serviert. Ich schreibe über das Fahrstuhlproblem in der 11. Etage, mein Name steht auf der Facebookseite und den Stadtteil Marzahn habe ich ebenso erwähnt. Google Maps erledigt den Rest. Floria vergleicht die Stellung der Gebäude auf meinem Foto mit der Kartenansicht von oben. Er hat ein Puzzleteil von mir und sucht dieses im Orignal. Wie lange er dafür benötigt hat, weiß ich leider nicht, aber Floria meint, er wäre arbeitslos und langweile sich. Meine Hausnummer bekommt er relativ schnell, er spaziert mit Google Street View durch meine  Nachbarschaft. Der Mensch ist gläsern, wenn er online lebt. Er hätte mich auch mit mehr Aufwand durch meine IP-Adresse bzw. meinen Provider finden können. Wäre es auch möglich, die Taxifahrt am ersten Tag zu rekonstruieren?  Miss Marple würde klassisch alle Taxifahrer der Stadt befragen. The Mentalist hätte eine Vision von meinem Haus. Aber die beste Wahl wäre Harold Finch aus Person of Interest. Mit seinem Superrechner hätte er mich bereits gefunden, wenn ich meine Wohnung betrete. Ihn würde ich engagieren! Vielleicht habe ich in den vier Wochen zu viele Serien gesehen? Morgen spiele ich Detektiv und finde meinen Gegenspieler.

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